|
|
Elektrophysiologie | Quickmenü
>
■
EP
|
■
NLG
|
■
EMG |
|
|
| |
|
| |
|
 |
|
Elektromyographie (EMG)
Die
Elektromyographie ist ein Untersuchungsverfahren, bei
dem die elektrische Aktivität eines Muskels gemessen
wird, wobei hierzu zwei Möglichkeiten bestehen.
|
|
Funktionsweise: |
Bei der
einen handelt es sich um eine Untersuchung mit
aufklebbaren Oberflächenelektroden im Sinne eines
Oberflächen-EMG’s und ist somit eine Erweiterung der
Elektroneurographie, wobei zur einzelnen Untersuchung
des Muskels dieses Oberflächen-EMG nicht so geeignet
ist, da die Aktivität und Untersuchung einzelner
Muskelfasern hiermit nicht möglich ist.
Dieses Verfahren wird jedoch an zentralen Stellen,
beispielsweise wie dem Gesicht und dem Hals oder auch
dem Becken, Gesäß oder Genitalbereich angewandt.
Bei der zweiten Möglichkeit handelt es sich um die an
sich klassische Elektromyographie mittels des sog.
Nadel-EMG.
Hierbei sticht der Arzt eine dünne Nadelelektrode
(Einmalnadel), die innen hohl und speziell präpariert
ist, in den Muskel ein. Dieser Stich ist fast nicht
spürbar und da in die Muskulatur eingestochen wird,
kommt es in den meisten Fällen, auch beim Herausziehen
der Nadel, noch nicht einmal zu einem kleinen
Blutstropfen, der nur dann austritt (vergleichbar mit
der Akupunktur), wenn ein kleines Oberflächenblutgefäß
beim Einstich getroffen wird.
Da die Nadel direkt im Muskel liegt, kann sie die
Aktivität einzelner Muskelfasern ableiten, wobei dieses
Muster, auch die entsprechenden Spannungsschwankungen,
auf das NLG-Gerät bzw. den Laptop übertragen werden.
Hierbei kann zum einen ein auf dem Monitor sichtbares
Bild abgeleitet werden, zum zweiten können jedoch auch
mittels Lautsprecher die Geräusche in Form von Rauschen
bzw. Knattern hörbar gemacht werden. Als erfahrener Arzt
kann man häufig schon anhand der Geräusche eine Aussage
über die Art einer Schädigung machen, wobei in
Verbindung mit dem charakteristischen Bild auf dem
Monitor die diagnostische Einschätzung durchgeführt
wird.
Da diese Daten auf dem Computer gespeichert sind, können
diese entsprechend nachbearbeitet werden.
|
|
Anwendung: |
Die
Elektromyographie, speziell mittels Nadelelektroden,
dient zur Einordnung der Art und auch der Schwere
verschiedener Muskel- und Nervenerkrankungen, wobei
Voraussetzung hiefür die genaue Befragung des Patienten
(Anamnese), gezielte neurologische Untersuchungen, die
Elektroneurographie und auch die evozierten Potentiale
(siehe dort) sind.
Mit Hilfe dieser abschließenden elektromyographischen
Untersuchungen können Aussagen über den
Aktivitätszustand des Muskels in Ruhe und unter Bewegung
gemacht werden und somit Hinweise über eine mögliche
Lähmung oder Teilfunktion eines Muskels, die Frage einer
Muskelschwäche bzw. eines Muskelschwundes gewonnwn
werden und da Nerv und Muskel eine Einheit bilden bzw.
der Nerv den Muskel versorgt, können hier auch wichtige
Informationen über die Verbindung von Nerv und Muskel
gewonnen werden.
|
|
Zu
beachten: |
Bei
gerinnungshemmenden Medikamenten wie ASS oder
Clopidogrel (z. B. Plavix oder Iscover) sind keine
besonderen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten und die
Untersuchung kann völlig bedenkenlos durchgeführt
werden.
Bei höhergradigen Eingriffen in das Gerinnungssytems wie
z. B. Marcumar ist die Untersuchung genau abzuwägen und
kann vom Arzt nicht in allen Muskeln wegen eines
möglichen Blutungsrisikos durchgeführt werden.
Da es sich um Einmalnadeln handelt, ist ein
Infektionsrisiko, z. B. bezüglich Hepatitis oder AIDS
nicht gegeben, da – wie bei der Blutentnahme – die
Nadeln als Wegwerfnadeln nur einmal benutzt werden.
Da die Nadelmyographie bereits direkt während des
Einstichs in die Muskulatur über das oben dargelegt
Geräuschmuster bewertet und eingestuft werden muss, ist
die Nadelmyographie immer eine ärztliche Leistung und
nur von diesem durchzuführen. Der Einstich ist leider
nicht immer schmerzfrei, dieser Einstichschmerz wird
jedoch von allen Patienten als erträglich eingestuft.
|
| |
|
|