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Der Patient nimmt
entweder eine sitzende oder liegende Position ein, wobei
der Patient den unteren Rückenbereich (Lumbalbereich)
maximal krümmen soll, damit der Abstand zwischen den
Fortsätzen der Wirbelkörper größer wird. Dann kann der
Arzt die Zwischenwirbelräume tasten und die
Punktionsnadel findet dort leichter ihren Weg. Zwischen
dem 3. oder 4. bzw. dem 4. oder 5. Lendenwirbel wird die
Haut markiert und desinfiziert. Die geplante
Einstichstelle wird mit sterilen Tüchern abgedeckt. Bei
Bedarf erhält der Patient eine lokale Betäubung.
Nun wird eine
spezielle, sehr dünne Hohlnadel über dem markierten
Zwischenwirbelraum im Lendenwirbelbereich in den
Rückenmarkskanal vorgeschoben. Da das Rückenmark schon
ungefähr in Höhe des 1. Lendenwirbelkörpers aufhört, ist
diese Untersuchung völlig gefahrlos und es besteht keine
Möglichkeit, das Rückenmark zu verletzen, weswegen der
Name „Rückenmarkspunktion“ auch falsch ist, da es sich
um eine Rückenmarkskanalpunktion zur Gewinnung von
Nervenwasser handelt.
Dieser Vorgang der
Punktion im Zwischenwirbelraum in den Rückenmarkskanal
wird Lumbalpunktion genannt.
Aus dieser Hohlnadel
tropfen dann einige ml Liquor ab, wobei das Nervenwasser
im Idealzustand, wenn keine akute Entzündung besteht,
wasserklar ist.
Anschließend wird die
Hohlnadel wieder aus dem Rückenmarkskanal herausgezogen
und ein steriler Druckverband wird angelegt.
Anschließend wird die
Liquorprobe ins Labor eingeschickt und auf Bakterien,
Viren, Blut, Eiweiß, Zucker (Glucose) und andere
Bestandteile untersucht.
Früher sollte der
Patient, um Kopf- und Nackenschmerzen nach der Punktion
vorzubeugen, 24 Stunden bzw. viele Stunde ruhig liegen.
Durch die heute
angewendete Punktionstechnik ist dies nicht mehr nötig,
da nur ein kleiner Teil der Patienten an Kopfschmerzen
als Folgeerkrankung leidet. Diese Kopfschmerzen treten
nach einigen Stunden auf, die sofort wieder
verschwinden, wenn sich der Patient hinlegt.
Um diese völlig
ungefährlich, jedoch störenden Kopfschmerzen zu
vermeiden, wird nach der Durchführung der Lumbalpunktion
in der Praxis eine Ruhezeit von 30 bis 60 Minuten
durchgeführt und anschließend geht der Patient nach
Hause, wobei er sowohl Autofahren kann bzw. nach Hause
gehen kann, da keinerlei Medikamenteneinbringung
erfolgte und bis auf eine leichte Oberflächenbetäubung
keine müde machenden oder die Konzentration
einschränkenden Medikamente eingesetzt wurden.
Trotzdem ist es
sinnvoll, sich bei dieser Untersuchung begleiten zu
lassen bzw. direkt anschließend nicht selbst Auto zu
fahren, falls doch durch Anspannung Kreislaufreaktionen
entstehen sollten.
Anschließend kann der
Patient die Praxis verlassen und sollte zu Hause noch
mehrere Stunden Ruhe einhalten, wobei hier ein
konstantes Liegen mit flachem Kopf ohne Kissen über
mehrere Stunden ohne Unterbrechung sinnvoll ist.
Anschließend können
dann normale Aktivitäten ohne schweres Heben oder
ständiges Über- bzw. Unterkopfarbeiten durchgeführt
werden.
Bei ca. 80 bis 90 %
der Patienten genügt dieses kurze Liegen, um jegliche
Folgekomplikationen zu vermeiden und die Punktion
verläuft komplett ohne Probleme.
Bei 10 bis 15 %
treten trotz dieses Vorgehens in den
Nachmittags-/Abendstunden, wenn der Patient sich wieder
sitzend bzw. aufrecht gehend verhält, Nacken- und
Hinterkopfschmerzen auf, so dass dann in den Abend- und
Nachtstunden sowie im Extremfall auch noch am nächsten
Tag Bettruhe eingehalten werden sollte.
In diesem Fall sollte
auf eine erhöhte Trinkmenge geachtet werden und es
können kurzfristig für ein bis zwei Tage
Schmerzmedikamente eingesetzt werden. Diese
aufgetretenen Kopfschmerzen bilden sich dann komplett
zurück, da das Nervenwasser sehr zügig nachgebildet wird
und somit kein Mangelzustand entstehen kann.
Die Lumbalpunktion
ist durch keine andere Untersuchung in der Neurologie zu
ersetzen und ist deshalb bei bestimmen Formen von
entzündlichen Erkrankungen wie Multiple Sklerose/
Enzephalomyelitis disseminata und Zeckenerkrankung (Neuroborreliose)
zur Diagnosesicherung zwingend erforderlich.
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